Zerstören Sie sich doch Schöpferisch – creative destruction

geschrieben am: 02.12.2020 von: Oliver Haberger

Alles ist in Bewegung, verändert sich und in manchen Betrieben scheint nichts mehr so zu laufen, wie man es über Jahre gewohnt war. Das Überleben steht auf dem Spiel und man sucht händeringend nach alternativem Überleben. Bisher war es auf der persönlichen Ebene der Instinkt unserer archaischen Triebe, die uns das Überleben sicherten. In den Unternehmen waren es die guten Ideen, eine strategische Planung und eine fokussierte Umsetzung.

Auf der persönlichen Ebene haben wir inzwischen eine gute Absicherung durch eine sozialstaatliche Ordnung. Auf der Unternehmensebene sah das bisher anders aus. War man in einer aussichtslosen Situation, gab es letzten Endes nur den Gang zum Insolvenzrichter. 

Das hat die Pandemie dieses Jahr kräftig geändert. Eine unglaubliche Summe über Milliarden von Euros wurden und werden noch weit bis in das Jahr 2021 ausgegeben, um notleidenden Unternehmen Überbrückungsgelder zu gewähren, damit diese die Krise überstehen können. Einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik ist so ein Sozialnetz für Unternehmer/innen entstanden, welches in der Höhe der Leistungen und Möglichkeiten mit keinem anderen Land vergleichbar ist. War bisher die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sind wir dabei, den USA den Rang abzulaufen. 

Trotzdem wird es einige Unternehmen geben, die den Engpass nicht schaffen werden und bei welchen die Hilfe einfach zu kurz greift. Wir kennen Unternehmen, die dringend skalieren müssen, um endlich in die Zone der Rentabilität zu gelangen, aber dazu sind Investitionen nötig, die strategisch geplant aus den Einnahmen gedeckt werden sollten. Doch der Virus verschlang von einem Tag zum anderen die Aufträge und damit die Umsätze, sie blieben einfach weg. Die staatliche Hilfe ist nur ein Teilersatz und die Banken scheuen im Moment weitere Kredite. Ohne die Skalierung wird das Unternehmen immer tiefer in die roten Zahlen geraten und am Ende aufgeben müssen. Eine ganz einfache Rechnung, aber eine schreckliche Erkenntnis für den Inhaber. Dabei ist das Produkt gut, eine Errungenschaft für den Gesundheitsmarkt, welches vom Markt dringend benötigt wird und auch das Team ist hervorragend. Die Situation ist nicht ungewöhnlich für Startups und wird sicher in den nächsten Monaten in einer Pleiteflut enden 

 

Oder doch nicht? kreative Glühbirne

Es scheint auch noch in der Krise Optionen zu geben flexibel zu reagieren, ein hochtechnisierter Betrieb stellt plötzlich Maschinen zur Herstellung von Masken her. Ein Bierproduzent steigt auf Reinigungsalkohol um, ein Farbenhersteller auf selbstdesinfizierende Oberflächenlösungen, und ein T-Shirt Hersteller aus dem schwäbischen Burladingen näht nun Sicherheitskleidung. Würden wir über alle diese flexiblen Neuausrichtungen eine Liste haben, wäre diese sicherlich lang und zeigt dabei auf, wie kreativ wir sein können. Kreative Zerstörung von alten Strukturen können neue Wege freisetzen. 

Die größte Voraussetzung ist dabei die Flexibilität, also das Vermögen und den Mut die aktuellen Sachstände, den tradierten Workflow einfach über den Haufen zu werfen. Was bisher unverrückbar und für Jahrzehnte fest geplant war, zu zerstören und etwas Neues zu erschaffen. 

 

 

Der/die deutsche Unternehmer/in ist nicht flexibel 

So steht es in manchen englischen Büchern, die sich mit Kulturklischees von Nationen auseinandersetzen, doch wir beweisen gerade, dass es möglich ist, dass auch ein/e deutsche/r tradierte/r Unternehmer/in flexibel auf eine Krise antworten kann. Wir hoffen, dass auch der oben erwähnte Unternehmer aus der Gesundheitsindustrie noch eine Lösung findet. 

Die Flexibilität sollte jedoch auch nach der Konsolidierung der neuen Wertschöpfungskette nicht verloren gehen. Eine Option diese zu bewahren wird als strategische Flexibilität bezeichnet und wird durch entsprechende Werte am Leben erhalten.   

Die strategische Flexibilität, wen verwundert es Angesicht des Lockdowns, ist auch eines der Hauptthemen im Internet, wenn es um Unternehmungen geht. Wir haben einige Ansatzpunkte gefunden, die helfen, ein Unternehmen strategisch agil, flexibel zu bewahren. 

 

  1. Die Vision auffrischen!

Ein Unternehmen ist ein gesellschaftlicher Diener und die meisten Unternehmen haben mit solch einer Vision von einer gesellschaftlichen Hilfe „zum Wohle Aller“ angefangen. Doch inzwischen ist die Vision verstaubt. Holen Sie diese wieder herauf aus dem Keller, frischen Sie sie auf mit klarem Wasser mittels kleiner Anpassungen, ohne dabei den Fokus der Absicht zu verlieren. Machen Sie eine Frischzellenkur mit ihr, indem sie sie ins moderne Heute übertragen. Schreiben Sie diese in einem zeitgemäßen Deutsch neu auf und stellen Sie klar und einfach heraus, was die Urabsichten waren. Eine Vision sollte von einem 9-jährigen Kind verstanden werden können, aber darf nicht unterschätzt werden. Visionen haben ganze Nationen entstehen lassen und Organisationen vernichtet.  

 

  1. Konzentrieren Sie sich radikaler auf die Kund/innen als bisher!

Kund/innen wollen nach wie vor Lösungen und Produkte. Viele unternehmerische Strategien haben diesen Blickwinkel verloren. Zu oft dreht sich das Unternehmertum um die eigene Entwicklung der Organisation, um Positionen und Konzepte von Strategien selbst. Man feierte ausgiebig die Innovationen selbst, anstatt die Anwendung durch Kund/innen. In den letzten Jahren haben viele gestandene Unternehmen den Fokus verloren, dass Menschen im Mittelpunkt stehen, die nach Lösungen und Produkten suchen.  

 

  1. Lassen Sie wieder mehr Experimente zu! 

Manche Abteilungen arbeiten monatelang an Konzepten, wie man Kund/innen erreicht und deren Bedürfnisse stillt. Das lange Durchdenken bis zur Perfektionsreife kostet unnötig Zeit. Anstatt einen theoretischen Jahresmarketing-Plan zu entwickeln, nutzen Sie die Ressourcen für viel mehr Test und lassen Sie zu, dass Scheitern zum Geschäft gehört und sogar Spaß machen kann. Wir haben keine Zeit mehr für endlose strategische Meetings, die am Ende nur papierne Resultate bringen. 

 

  1. Fokussieren Sie sich auf die Lösungen …

und nicht auf die Probleme und Hürden. Wir alle haben immense Hürden zu nehmen, aber gute Sportler/innen sehen nicht die Stange beim Hürdenlauf, sondern den Boden nach der übernächsten Hürde. 

Dabei flexibel sich auch von zwar kreativen, aber nutzlosen, Ideen zu lösen, gehört ebenso dazu, wie die gesamte kreative Kraft eines Unternehmens auszunutzen. Intelligentes Experimentieren mit strategischen Methoden kann zu schnellen Erkenntnissen führen und damit zu Produkten, die neues Leben im Unternehmen erwecken kann. 

 

  1. Planen Sie und werfen Sie dann die Pläne weg

Die besten Künstler/innen, Athlet/innen und begnadeten Redner/innen arbeiten sich vorher das Hemd aus der Hose, machen Pläne, Zeichnungen und Entwürfe und wenn der Tag der Umsetzung gekommen ist, werfen sie die Aufzeichnungen fort. Die Situationen, in welchen Entscheidungen getroffen werden müssen, unterliegen heute weitaus schnelleren Zyklen. Die Entscheidungen sowie das Lernen bzw. die Lerngeschwindigkeit verlangen mehr und mehr komprimiertes Material. Strategische Planung sowie Umsetzung gehen nahtlos ineinander über. Weder ist die Zeit zum Ablesen da, noch der genauen planmäßigen Umsetzung, denn die Voraussetzungen zur Zeit der Planerstellung sind längst Geschichte. Alles ist in Bewegung. 

 

  1. Klarheit schaffen 

Mitarbeiter/innen leben nicht gerne im Ungewissen, sie wollen klare Strategien und Formalien, denen sie folgen können. Sie benötigen eine Basis und ganzheitliche Übersicht, wie eine Umsetzung auszusehen hat. Die Kommunikation und Weiterbildung spielen da eine große Rolle.  

Mitarbeiter/innen akzeptieren Veränderungen, wenn sie diese verstehen. Strategien und Pläne ändern sich zwangsläufig oder werden kreativ geändert. Änderungen sind nicht mehr in logischen Zyklen vorzunehmen, sondern müssen zu einer Haltung und Handeln werden. Wer darüber spricht und sich gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen mit dem neuen Normalen auseinandersetzt, trainiert damit die Mitarbeiter/innen und hilft ihnen auch in unsicherem Terrain sich sicher zu bewegen.  

 

  1. Geben Sie den Mitarbeiter/innen Wissen an die Hand

Nichts ist unsicherer, als wenn man Zusammenhänge nicht versteht. Man hat eine Ahnung, Bruchteile oder gar einseitige Kenntnisse einer Qualifikation. Wenn die Pandemie und deren Lockdown eines vorangetrieben hat, dann dass die Mitarbeiter/innen Teil des Ganzen sein möchten. Sie leben mit dem Unternehmen, und zittern mit den Ergebnissen, Erfolgen und Misserfolgen. Vor allem möchten sie verstehen, warum die Dinge so entschieden werden, wie sie strategisch dann umgesetzt werden sollen. Helfen Sie Ihren Mitarbeiter/innen, indem sie ihnen Hintergrundwissen geben. Wissen für die Wirtschaft. 

Bald bricht das neue Jahr an und steht in einem besonderen Zeichen des Aufbruches. Nachdem wir, ganz positiv ausgerichtet, 2020 als Trainingsjahr einstufen, werden wir 2021 mit neuen Konzepten starten. Und eines davon wird eine viel umfangreichere Wissensbasis sein müssen. 

Schauen Sie sich auf unseren Webseiten um, ob Online oder Präsenzseminar, Sie werden finden, was Sie für sich oder Ihre Mitarbeiter/innen ausbauen müssen. Wenn Sie Hilfe beim Konzept für eine spezifische Weiterbildung benötigen, rufen Sie uns einfach an. Am besten noch dieses Jahr. 0800 3060303.

 

 

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