Na, hören Sie mal!

geschrieben am: 23.11.2018 von: Oliver Haberger

Erleben Sie folgende Phänomene ebenfalls? Menschen hören nicht mehr so gut zu. Mitarbeiter haben anscheinend nicht alles gehört, was Sie ihnen gesagt hatten, da nur die Hälfte erledigt, oder sogar in anderer Art als Sie angewiesen haben, umgesetzt wurde. Oder in Ihrer E-Mail an einen Mitarbeiter führen Sie drei Punkte an, die es zu erledigen gilt. Das erste wird erledigt, der Rest fällt scheinbar unter den Tisch. Selbst mit Geschäftspartnern und Klienten scheint es schwierig zu sein, mehr als ein Subjekt in einer Mail zu bearbeiten. Die Aufmerksamkeit in einen elektronischen Brief hinein zu lesen, zu hören und bewusst abzuarbeiten, scheint immer schwieriger zu werden. Natürlich ist die Person, von der die Nachricht kommt entscheidend, denn je höher die Position des Absenders umso mehr Autorität repräsentiert sie. Doch es scheint fast so, als ob auch das am Bröckeln ist, die Anonymität des Netzwerkes erlaubt uns im Grenzfalle verlauten zu lassen, man habe keine Mail erhalten. Im Grunde gehört diese Aufmerksamkeit zum Paket des Hörens auf jemanden. Besser ausgedrückt ist das Hören die Grundlage jeder Kommunikation bis hin zu den lernpsychologischen Vorgängen.

 

Hören gehört zum Lernen, das wussten Sie schon?

Sicher? Wie wichtig das Hören beim Lernen ist, ist jedoch eine der Weisheiten, die wir als selbstverständlich hinnehmen und kaum weiter darüber nachdenken. Jedoch wissen die meisten Menschen nicht, welche wichtige Rolle das Hören beim Lernen tatsächlich einnimmt.

Hören gehört zu den Sinnen, die wir als Gebrauchssinne kultiviert haben und deren wir uns im Alltag bedienen, um uns zurecht zu finden, uns zu orientieren und unsere Kommunikation zu meistern.

Leider ist diese alltägliche Nutzung jedoch auch der Grund für die kaum wahrgenommenen  Eigenschaften, die das Hören noch zu bieten hat. Wir sind es so gewöhnt, Hören als selbstverständlich zu nehmen, dass wir kaum erwarten, dass wir an unserem Hören arbeiten sollten. Viele wissen nicht einmal, dass man Hören steuern und verbessern kann.

 

Hören als Skill betrachtet bietet immense Möglichkeiten.

Die meisten Führungskräfte, die es auf höhere Etagen geschafft haben, werden in einem zustimmen. Gut zu- und hinhören zu können, ist ein Schlüssel für den Erfolg. Wer besser hinhört, kann nicht nur Wissen besser abspeichern, er hört auch Dinge zwischen den Zeilen. Doch wie lernt man besser zu hören? Das audiophile Erleben des Hörens auf physikalischer Ebene kann dabei alleine nicht gemeint sein. Hören beinhaltet tatsächlich neben dem biophysikalischen Erleben auch einen der stärksten und komplexesten psychologischen Vorgänge mittels unserer Sinne.

Auf der physischen Ebene ist eine große Zahl an einzelnen Fragmenten des Gehörapparates beteiligt. Doch wichtiger ist, dass diese Vielzahl an physischen Vorgängen uns eine riesige Zahl an Impulsen, also Informationen liefert, welche uns in die Lage versetzen, die Hörvorgänge auf physischer und psychischer Ebene aktiv zu beeinflussen und zu steuern.

Setzen Sie selektives Hören bewusst ein? 

Ganz sicher. Das Hörzentrum liegt im Gehirn fast in zentraler Lage über dem limbischen System angeordnet und ist mit einer Vielzahl von Verbindungen auch zu unseren vorderen Gehirnlappen verbunden. Auf der interaktiven Reizresonanzebene, sowie psychologischen Ebene, haben wir dadurch eine Vielzahl von Möglichkeiten mit Reizen, Lauten, Tönen und Geräuschen usw. umzugehen.

Mit dem selektiven Hören bzw. positiv ausgedrückt mit fokussiertem Hören können wir aus hunderten Geräuschen heraus unseren gerufenen Namen in einer Menschenmenge wahrnehmen. Unser Name hat Salienz, was aus der Psychologie stammt und mit Auffälligkeit übersetzt werden kann. Dieses auch als Cocktailparty-Effekt bekannte Phänomen macht es zudem möglich, sich auch in einer großen Menschenmenge unterhalten zu können. Dieses konkrete selektive Hören macht es möglich, sich auf ein bestimmtes Subjekt zu konzentrieren und alles andere auszublenden. Alle Eindrücke gelangen in unser Unterbewusstsein und werden dort verarbeitet, sie gelangen dann in unser Bewusstsein, wenn wir Aufmerksamkeit auf das Subjekt lenken.

Die selektive Wahrnehmung spielt nun auch beim Lernen eine große Rolle. Dabei ist es zuerst einmal unwichtig, welche Inhalte sie transportieren, vielmehr kommt es auf die Art der Wahrnehmungssteuerung an. Ob Sie eine E-Mail mit drei Punkten erhalten, oder in einem Seminar sitzen, oder Ihr Ehepartner Ihnen Neuigkeiten vermitteln will, spielt keine Rolle. Die entscheidende Instanz ist Ihr Wille, die Aufmerksamkeit auf das Subjekt zu lenken. Dabei kommt es auf den konzentrierten Einsatz und Aktivität aller Sinne an. Ein Grund warum E-Lernen noch lange hinter dem Präsenz-Lernen steht.

Das bewusste Konzentrieren auf ein Subjekt bedeutet Energie in Aufmerksamkeit zu leiten. Diese Aufmerksamkeit muss gefordert werden. Dies bedeutet, es handelt sich um einen inneren Prozess, bei welchem ich meine Energie darauf konzentriere, einem Subjekt aufmerksam zu folgen. Dabei aber diese nicht absetze, oder portioniere, sondern bis zum Ende eines Task durchhalte, eben bis die Liste abgearbeitet ist.

Alle diese Grundsätze gelten ebenso für ein effektives aktives Lernen. Am besten und effektivsten in Präsenzveranstaltungen mit Dozenten, die den Lernstoff entsprechend nach den neurowissenschaftlichen Erkenntnissen aufbereiten.

Sie können sicher sein, dass wir beim MANAGER INSTITUT genau das tun. Wir bieten nicht nur die Inhalte aus 300 Seminaren, wir helfen Ihnen zu lernen nach den Gesichtspunkten einer effizienten Wahrnehmung. Unsere Dozenten wissen, wie Lernen am besten funktioniert. Das spart Ihnen Zeit, Geld und Ärger. Denn die besten Dozenten lehren Sie auch, Ihre Aufmerksamkeit zu lenken und dies entlang einer Liste oder den geforderten Lerninhalten.

Am Ende gewinnen Sie, wenn Sie richtig hinhören, es entsteht das bestmögliche Ergebnis. So werden Sie Wissen für die Wirtschaft auch anwenden können.

 

Kommentar schreiben