Weiterbildung ist Chefsache

geschrieben am: 15.02.2018 von: Oliver Haberger

Führungskräfte müssen immer mehr Unternehmensentscheidungen treffen. Doch bei einigen Entscheidungen sind nach wie vor die tatsächlichen Unternehmenslenker gefragt. In vielen Fällen betreffen die Entscheidungen weniger die strategischen Ziele eines Unternehmens, als vielmehr das Management des Alltags.

Bei einigen Themen ist es nicht einfach, dies genau auseinander zu halten. Bedürfnisse und Anforderungen treffen zusammen und es werden entsprechende Maßnahmen geplant und umgesetzt. Die drängende Forderung des Unternehmensalltags kann dazu führen, dass Pläne und Maßnahmen eher kurzfristig angesetzt werden. Im Vordergrund steht oftmals die Lösung und diese sollte so schnell wie möglich auf dem Tisch liegen. Der Fokus jedoch nur auf die Lösung gerichtet, kann sehr schnell den Blick für das Gesamte verschleiern. Dies ist eines der Gründe, warum so viele Maßnahmen nicht greifen und so selten Lösungen wirklich zielführend sind.

Operative Perspektiven greifen zu kurz

An vielen Stellen ist die Ausrichtung auf eine operative Lösung unzureichend, da Entscheidungen mit bestimmten Einflussfaktoren überaus als strategisch zu bewerten sind.
Die Wahrnehmung eines Unterschiedes zwischen strategischen und operativen Entscheidungen ist denn auch eine Kunst, die viele Führungskräfte kaum beherrschen. Dies ist leider noch die Realität. An dieser Stelle nochmals zur Untermauerung dieser These der Hinweis, dass mehr als 75% der unternehmerischen Projekte, laut den offiziellen statistischen Erhebungen, scheitern.

Die Fokussierung auf die Lösung ist jedoch an sich gut, allerdings denken wir, dass ein Update dazu nötig ist. Die Lösungsorientierung verleitete zum schnellen Handeln. Die Fokussierung muss neben der operativen Ausrichtung eine strategische Komponente bei einer Problemlösungssuche berücksichtigten.

Was ist der richtige Lösungsansatz?

Albert Einstein werden sehr viele Zitate in den Mund gelegt, wenn es um die Lösung von Problemen geht. Viele davon sind hinreichend bekannt und werden in zahlreichen Seminaren immer wieder zitiert, obwohl sie schon alle kennen. Doch in einem seiner gegebenen Interviews gibt es einen ganz besonderen Hinweis, der hier erwähnenswert ist. Eine Anleitung, wie er sich die Zeit einteilte, um eine Lösung umzusetzen. Er wurde gefragt, wie er ein Problem angehen würde, wenn er nur eine Stunde Zeit hätte. Er meinte darauf hin, dass er 45 Minuten für die Analyse nutzen würde, 10 Minuten die möglichen Lösungen zu eruieren und 5 Minuten um das Problem zu lösen.

Schaut man sich modernes Management an, sieht das anders aus. 45 Minuten werden darauf verwendet Herr der Lage zu werden, 10 Minuten um einen Schuldigen zu finden und 5 Minuten wird darüber debattiert, wie dies in Zukunft vermieden werden kann.
Ist dies überzogen? In vielen Unternehmen wird es genauso gehalten. Doch auch in Unternehmen, die dabei schon weiter sind, oder gar ein Fehlermanagement betreiben – die richtige Einstellung zu Fehler ist der erste Ansatz zur Bewältigung.
Bei der Lösungssuche Zeit für eine Analyse einzukalkulieren mag den Druck auf den Zeitfaktor erhöhen, aber verkürzt damit auch das sinnlose Verweilen beim „Versuch und Irrtum Management“, welches meist Ansätze hervorbringt, die in die falsche Richtung führen.

Lösung gefunden und doch daneben?

Lösungsansätze können operativ völlig kompatibel und als beste Lösung erscheinen, jedoch strategisch weitere Probleme aufwerfen. Da strategisch bedeutsame Auswirkungen jedoch meist in der Zukunft ihren Einfluss geltend machen, liegt es natürlich näher, dies zuerst einmal zu vernachlässigen. Dieses Konzept führt indes genau zu dem bekannten Ergebnis, dass zwei Drittel der Projekte trotzdem scheitern.

Eines der Bereiche, in dem ständig kurzfristige Entscheidungen getroffen werden, ist die Weiterbildung für Mitarbeiter. Die strategische Bedeutung wird unterschätzt und fragt man nach Konzepten, wenden nur etwa 15% der Unternehmen ein Konzept für die Weiterbildung an.

Untersuchungen haben hingegen gezeigt, dass genau die Unternehmen, welche sich um ein strategisch ausgerichtetes Konzept bemühen, auf längere Sicht wesentliche Wettbewerbsvorteile mitnehmen. Tatsächlich sind einige Majors der tragenden technologisch orientierten Markennamen bekannt dafür, einen sehr großen Teil des Budgets in die Mitarbeiterbildung zu investieren. Die strategische Ausrichtung ist fundamentaler Bestandteil. Keine Weiterbildung ohne Konzept, selbst wenn es dringend erscheint.

Warum ist Weiterbildung Chefsache?

Ein erster Schritt ist die Entscheidung „Weiterbildung“ als strategisches Instrument zu betrachten. Dazu benötigt es nicht nur die Führungskräfte, dies muss eindeutig vom Kopf des Unternehmens ausgehen. Eine strategische Ausrichtung bedarf einer Analyse des Status, nach ganz anderen Gesichtspunkten als bisher angewendet. Dieser Perspektivenwechsel sollte mit Experten eines Weiterbildungsinstituts gemeinsam erörtert werden.
Das MANAGER INSTITUT ist Ihr Partner, wenn es um strategische Entwicklung eines Weiterbildungskonzeptes geht. Wir versprechen keine Lösung in 5 Minuten, aber hören Ihnen zu und können Ihnen durch ausreichende Erfahrung und konzeptioneller Intelligenz helfen, Ihr Weiterbildungskonzept dahingehend zu entwickeln, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu gewinnen.

Ihr O.H.

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