Schluss mit Routine: Was die Neurobiologie über eine erfolgreiche Führungs-Kultur verrät

geschrieben am: 03.04.2013 von: MANAGER INSTITUT

Ein erfolgreiches Unternehmen gleicht einem gesunden, lernfähigen Gehirn. Das behauptet zumindest der Hirnforscher Gerald Hüther. So zeichnen sich laut dem Neurobiologen langfristig erfolgreiche Firmen genauso wie ein lernfähiges Gehirn dadurch auch, dass sie durch Versuch und Irrtum lernen, neue Erfahrungen sammeln, flache und stark vernetzte Strukturen ausbilden und sich an ständig veränderte Rahmenbedingungen immer wieder neu anpassen. Aber das ist noch nicht alles, was die moderne Hirnforschung über eine gesunde, kreative und erfolgreiche Führungs-Kultur und Unternehmens-Kultur verrät.

Ein erfolgreiches Unternehmen gleicht einem kreativen, lernfähigen Gehirn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geheimfaktor Neuroplastizität

Die zentrale Eigenschaft, auf der die Lern- und Weiterentwicklungs-Fähigkeit unseres Gehirns beruht, heißt „Neuroplastizität“. Gemeint ist damit die Fähigkeit, Nervenzellen neu miteinander zu verbinden und eigenständige Netzwerke neu auszubilden. Dass das sogar bis ins hohe Alter möglich ist, haben wissenschaftliche Studien bewiesen. Dafür verantwortlich sind so genannte neuroplastische Botenstoffe, die bei neuen Lernerfahrungen ausgeschüttet werden und zur Bildung neuer Netze führen. Nur was bei Kindern noch im wahrsten Sinne „spielend“ gelingt, wird im Erwachsenenalter zunehmend schwieriger.

Routine lähmt den Innovationsgeist

Denn während für Kinder fast alle Erfahrungen noch irgendwie neu sind und sich infolge tagtäglich neue Botenstoffe und Netzwerke bilden, sind für Erwachsene viele Erfahrungen zur Routine geworden. Und statt neue Netzwerke herauszubilden greift das Gehirn einfach auf die bereits vorhandene neurale Netzwerke zurück. Genauso ist es auch in vielen Unternehmen: statt Innovation herrscht dort vielfach Routine. Und weil Unternehmen bzw. ihre Mitarbeiter verlernt haben, neue Netzwerke bzw. neue Lösungs-Strategien auszubilden, greifen sie selbst dann, wenn neue Lösungen und Handlungsmuster gefragt wären, auf alte, überkommene Arbeits-Routinen zurück. Dass diese Lern- und Innovations-Unfähigkeit in einer sich ständig verändernden, immer komplexer werdenden Welt irgendwann zum Problem wird, versteht sich von selbst.

Gefragt ist eine „supportive“ Führung

Aber wie schafft man es, dass man als Unternehmen lernfähig und kreativ bleibt? Indem man, so Hüther, die Lernfähigkeit und die Kreativität seiner Mitarbeiter fördert, denn: ohne innovative Mitarbeiter kein innovatives Unternehmen. Und indem man im Unternehmen Routine, Angst und Stress abbaut, denn dadurch werden Lernfähigkeit und Kreativität blockiert. Gefragt ist laut dem Neurobiologen Hüther stattdessen: „supportive leadership“, das heißt eine Führungskultur, die Mitarbeiter zu neuen Erfahrungen und zur Entfaltung ihrer Potenziale ermutigt; die Mitarbeiter inspiriert, die Zugehörigkeitsgefühle und Leistungsbereitschaft weckt. Etwa indem Führungskräfte Ihre Mitarbeiter frühzeitig und umfassend über wichtige Entwicklungen in der Firma informieren und ihnen damit zeigen, dass sie dazugehören.

Mehr Mut zu Fehlern

Gefragt ist außerdem: eine offene und produktive Kommunikations- und Feedback-Kultur, in der die Mitarbeiter Verbundenheit, Gestaltbarkeit und Wachstum erfahren. Und gefragt ist auch: eine positive Fehler-Kultur, in der Fehler als Chancen angesehen werden und in der keine Angst vor dem Versagen und vor drohenden Sanktionen herrscht. Als Führungskraft kann man den Mut zu Neuem auch dadurch zusätzlich fördern, indem man seine Mitarbeiter regelmäßig vor neue Herausforderungen stellt. Etwa durch Job-Rotation oder durch das Schaffen anderweitiger neuer Aufgaben. Und indem man regelmäßig Feedback gibt, seine Mitarbeiter positiv bestärkt, ihnen sein Vertrauen bekundet, ihnen die Möglichkeit zur Mitgestaltung und zum selbstverantwortlichen Handeln gibt.

Mehr Spielräume für Kreativität

Letzten Endes geht es darum, einen Entfaltungsspielraum zu schaffen, in dem die Mitarbeiter zu neuen Erfahrungen herausgefordert und inspiriert werden. Und eben auch zu Fehlern. Denn die gehören zu neuen Aufgaben und Herausforderungen einfach dazu. Denn nur wer Fehler machen darf, probiert auch etwas Neues aus, und nur wer Neues ausprobiert, entwickelt sich weiter. Das gilt auch für das gesamte Unternehmen. Wer als Führungskraft in die („neuronale“) Weiterentwicklung und Innovationskraft seiner Mitarbeiter investiert, unterstützt damit auch die Lern- und Zukunftsfähigkeit seines eigenen Unternehmens.

 

Wie Sie Ihre Mitarbeiter richtig motivieren und durch eine gesunde Feedback-Kultur die Kreativität und den Innovationsgeist in Ihrem Unternehmen fördern, erfahren Sie in unseren Führung-Seminaren.

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