Rumsitzen oder rumlernen 

geschrieben am: 25.05.2020 von: Oliver Haberger

Die Krise lebt und hat uns weiterhin im Griff, trotz der zahlreichen Lockerungen. Es ist ziemlich sicher, dass wir uns noch einige Wochen, wenn nicht sogar Monate, auf Home Office, Video Konferenzen und Online Lernen einlassen müssen. Doch dies ist auch eine Auseinandersetzung mit den Hilfsmitteln, also Programmen und Plattformen, die wir zur Verfügung haben.  

Datenschützer haben große Lücken bei der Sicherheit von Zoom aufgedeckt, so weit, dass sogar Elon Mask für sein ganzes Imperium, sowie andere Firmen, die Nutzung verbot. Andere sind teuer und wieder andere sind kompliziert und manche hassen die Computer nun generell. Larry Niven, ein US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller jedoch sagt:Diejenigen, die meinen, Computer zu hassen, hassen doch in Wirklichkeit diese lausigen Programmierer! Dass er damit nicht so weit von der Wirklichkeit liegt, mag für einen Science-Fiction-Schriftsteller seltsam erscheinen, doch müssen wir auf der anderen Seite anerkennen, es waren schon immer die Programmierer, die für die Schnittstellen zu uns Normalos verantwortlich sind.   

Uns beschäftigt dabei natürlich der Bereich der Online Weiterbildung und der eingesetzten Systeme dort. Doch an erster Stelle hängt die Technik natürlich auch von der gewollten Lern- oder Train-Methode ab.  

 

Die Weiterbildung und ihre Trends? 

Im Moment sind Personalverantwortliche oftmals ratlos. Home Learning ist Pflicht für viele, aber welche Methode und Technik soll dabei eingesetzt werden? Dabei müssen Verantwortliche auf die angebotenen Trends setzen und ihre Angebote dem Mitarbeiter schmackhaft machen. Die Trends, über die wir hier sprechen, sind erst einmal unabhängig von der derzeitigen Krisensituation. Diese Trends finden trotz Corona und auch nach Corona weiter Ausbreitung und müssen bei zukünftigen Weiterbildungskonzepten berücksichtig werden. 

 

Mobile Learning 

Smartphone, Laptop und Tablets stehen für Flexibilität in der Arbeitswelt. Besonders für die Y und ZGeneration sind diese mit hoher Attraktivität verbunden. 

 „Learn smart not hard, die Technik macht’s möglich und bringt Weiterbildung dieser Generation näher. Lernen will ich wann ich bereit bin und nicht wenn der Arbeitgeber mir dies verordnet. Diese Generationen sind zwar wissensdurstig, aber man muss Lust an Inhalten haben und das völlig unabhängig davon, wo man sich gerade befindet. Die Weiterbildungsindustrie kommt gerade auch durch diese VirusKrise zu der bitteren Erkenntnis, dass sie hier zu wenige Angebote haben. Ein zweiter Trend ist genauso wichtig und schließt unmittelbar an den ersten an.  

 

Micro Learning 

Lernen nicht mehr durch mehrstündige Berieselung durch einen Trainer, sondern durch Wissenshappen, die Aufnahme von Wissen in mikrokleinen Dosen. Eine Lerneinheit dauert maximal zwei Minuten. Die Vorlagen für die Generation lieferten Instagram, Youtube und Facebook, die Micro Learning in Form von Kurzeinweisungen in ein Thema oder einen Breakdown eines Themas liefern. Die digitalen Medien sind aus der Weiterbildung nicht mehr wegzudenken. Wie funktioniert ein bestimmter HTML Befehl, wie nehme ich einen Drucker auseinander, um Teile zu ersetzen, wie spreche ich so vor vielen Leuten, dass man mir mein Lampenfieber nicht anmerkt, wie bringe ich einen Beleg in mein Buchhaltungsprogramm, wie führe ich Einstellungsgespräche. Längst ist ein Großteil der jüngeren Generationen auf diesen Kurz-Informations-Zug aufgesprungen. Dabei gibt es eine ganze Reihe erweiterter Formen, die längst professionalisiert worden sind:   

  • Ultrakurzvideos 
  • Interaktive Videos 
  • Grafiken aller Art 
  • E-Books 
  • Wikis 
  • Expertenforen 
  • Blogs 
  • Whitepapers 
  • Chats mit Experten 

Das Fatale, wurde früher nach der Erkenntnis einer Wissenslücke ein Seminar zum entsprechenden Thema gesucht, heißt es heute: Was ist das Problem im Speziellen und lasst uns schauen, eventuell hat das schon jemand gelöst und es gibt ein Video dazu. Diese Wendigkeit bringt uns zum nächsten Trend: 

 

Agile Lernkultur 

Mitarbeiter lieben die schnelle Lösung und agile Lernformate lösen diesen Wunsch ein. Viele Jobs werden an den Computer ausgelagert. Arbeitsinhalte werden komplexer und die neuen Zusammenhänge bedingen neue Job Formate. Laut Weltwirtschaftsforum werden bis 2022 mindestens 133 Millionen neue Formate an Jobs entstehen, die als Antwort auf die intelligente Digitalisierung und Arbeitsteilung zwischen Menschen, Computer, Maschine, Sensoren und Algorithmus entstehen. 

Dies werden hochqualifizierte Jobs sein, was kontinuierliches Lernen zum Pflichtprogramm macht. Das agile Lernen reicht dabei nicht aus, spielt aber eine erhebliche Rolle. Arbeitgeber müssen also eine neue Lernkultur etablieren, Konzepte die einerseits kontinuierliches Lernen situationsgerecht in Micro-Einheiten anbietet und andererseits mit kompetenten Weiterbildungs-Einheiten, wie Workshops und Seminaren, eine höhere Qualifizierung ermöglicht.  

 

E-Learning, Blended Learning und Gamification 

Der Arbeitnehmer ist weitgehend auch bereit nach Feierabend oder mitten in der Nacht zu lernen. Mit seriösen statischen Lerneinheiten oder spielerisch, warum nicht offen angehen und hinterfragen? Gamification hat längst die Effektivität bewiesen, es ist nicht verständlich, warum immer noch viele dieses Konzept nicht ernst nehmen. In der Zukunft muss vom Arbeitgeber jede Form möglich gemacht werden, die dem Arbeitnehmer beim Lernen hilft, so kann kontinuierliches Lernen garantiert werden. Er entscheidet spontan oder geplant selbst, wann er lernt, wie er lernt und wie lange. Zusätzlich stehen Lern-Einheiten bereit, die spezifisch aufbereitet sind, um bei einer spontanen Lösungssuche zu unterstützen. Der Lerneffekt ist umso höher, je mehr Freiheit beim Lernen besteht.  

Einen großen Anteil des zukünftigen Lernens wird Blended Learning haben. Doch müssen wir hier ehrlich sein, die meisten Angebote sind aufgezeichnete PräsenzSeminare oder Webinare. Was jedoch gefragt ist, sind keine online Wiederholungen einer Seminareinheit, sondern spezifisch aufbereitete Micro-Lerneinheiten mit direkten Bezügen zu der praktischen Umsetzung und Anwendung, katalogisiert, mit Index versehen und so Interaktiv wie nur möglich. 

Und wenn die Strukturen es ermöglichen, einen spielerischen Ansatz zu nutzen, sollten Sie den Gamification-Ansatz berücksichtigen. Das kann im einfachsten Falle durch das Lösen von Quizzen oder Rätseln stattfinden, welche auch auf dem Hintergrund komplexer Arbeitssituationen nachempfunden sein könnten. 

 

Die Silver Learner 

Betriebliche Weiterbildung macht auch vor den älteren Kollegen nicht halt, bis zum letzten Arbeitstag vor der Rente muss ein hohes Maß an Standard des Wissens gewährleistet werden. Weiterbildung 50 plus ist deshalb zu einem Megatrend geworden, denn er betrifft alle Unternehmen, jede Branche und jede Betriebsgröße. Die Bevölkerung altert und Deutschlands Betrieben geht der Nachwuchs aus. Die Zahlen, die in einer eben erschienenen Studie, im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, veröffentlicht wurden zeigen, dass im Jahr 2060 jeder dritte Deutsche über 65 Jahre alt und ab 2035 jeder zweite über 50 ist. Betriebliche Weiterbildung muss Antworten darauf haben und entsprechende Lernformen schaffen, denn ältere Arbeitnehmer lernen wieder völlig anders. 

Dies wird besonders auch dadurch erschwert, dass diese berufserfahrenen Arbeitnehmer in einer Zeit aufgewachsen sind, als unser Bildungssystem noch den Pädagogen des 18. Jahrhunderts folgte. Die vielen negativen Erfahrungen in der Schul- und Ausbildungszeit erwirken eine gewisse Schulungs-Resistenz. Entsprechend müssen für diese Zielgruppe ganz spezielle Weiterbildungsangebote erarbeitet werden. Tatsache ist, dass viele sich dabei mit den digitalen oder kombinierten Lernformaten noch schwertun. Für Silver Learner ist das Lernen an Personen gekoppelt, hier sind die klassischen Seminarformate mit Trainern und örtlicher Teilnahme am besten geeignet 

 

Bunte Lernkultur in Unternehmen ist ein Muss 

Die Kultur der Lern-Anwendungen in Unternehmen wird bunt und bunter. Doch wie all diese Formate unter einen Hut bringen? Wie passgenau die verschiedenen Lernbedürfnisse der Mitarbeiter abbilden? Geht das überhaupt?  

Ja, mittels einer professionellen Weiterbildungs-Beratung und gemeinsam erarbeiteten Konzepten, mit dem sich die verschiedensten Wissensangebote aus allen Bereichen kombinieren lassen. 

Den komplexen Administrations- und Organisationsaufwand der Kombination von Präsenzseminaren, Blended Learning Einheiten, Inhouse Akademie oder Online-MicroLearning können Sie mit einem gut durchstrukturierten Weiterbildungsplan so gering wie möglich halten 

Rufen Sie uns an, wir haben uns auf Lernkonzepte spezialisiert und kennen die Fallstricke. Unkoordiniertes Aneinanderreihen von Seminaren führt meist zu den bekannten mageren Ergebnissen. Effektives Lernen ist heute kein spontanes Auseinandersetzen mit einem Stoff mehr, sondern gezieltes Dosieren von Wissenseinheiten. Ob klein wie eine Micro-Lerneinheit oder in Form einer kompletten Seminar-Reihe mittels eines Online Teaching Tool, in jedem Fall müssen die Maßnahmen konzeptionell aufbereitet werden, wen sie dann effektiv und effizient sein sollen.   

Dazu benötigt es Spezialisten, die sich auf Lernkulturen und lernpädagogische Rahmenbedingungen verstehen.  

Rufen Sie uns an.  

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