Mobbing am Arbeitsplatz? Nicht mit mir. Wehren Sie sich!

geschrieben am: 04.09.2012 von: Christian Wilhelm

Mobbing am Arbeitsplatz, das ist fast schon Alltag. Fast jeder von uns hat schon miterlebt, wie  Mitschüler oder Kollegen gemobbt werden, oder er/sie wurde sogar selber Opfer. Doch darüber geredet wird immer noch viel zu selten. Die entscheidenden Fragen lauten: Wie wirkt sich mobben aus? Was kann man tun, wenn man selbst gemobbt wird? Welche Möglichkeiten habe ich, um mich zu wehren? Was genau bedeutet eigentlich Mobbing bzw. Mobben?

Wie wirkt sich mobben aus ?

Mobbing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „schikanieren“ oder „anpöblen“. Im engeren Sinn steht es für „Psychoterror am Arbeitsplatz“ oder neutraler:  eine konfliktbelastete Kommunikation, die zwischen Vorgesetzen und Untergebenen oder auch unter Kollegen herrscht. Gemeint ist mit Mobbing am Arbeitsplatz eine zielgerichtete, systematische und längerfristige Schikane oder Diskriminierung – im schlimmsten Fall mit der Absicht, den betroffenen Mitarbeiter aus dem Unternehmen zu bugsieren.

Nein gegen Mobbing! Sein Sie ein sozialer Kollege.

Nein gegen Mobbing! Sein Sie ein sozialer Kollege.

Liste typischer Mobbinghandlungen nach Professor Heinz Leymann

Mobbinghandlungen: Angriffe auf die Möglichkeit, sich zu äußern

  • Ihr Vorgesetzter gibt Ihnen keine Möglichkeit, sich zu äußern.
  • Ihre Kollegen geben Ihnen keine Möglichkeit, sich zu äußern.
  • Sie werden andauernd angeschrien oder laut beschimpft.
  • Sie ernten ständige Kritik an Ihrer Arbeit.
  • Sie erhalten sowohl schriftliche als auch mündliche Drohungen.

Mobbinghandlungen: Angriffe auf die sozialen Beziehungen

  • Sie werden in einen Raum weitab von Ihren Kollegen versetzt.
  • Sie werden nicht beachtet bzw. wie Luft behandelt.
  • Mit Ihnen wird nicht mehr gesprochen.
  • Ihren Arbeitskollegen/innen wird verboten, mit Ihnen zu sprechen.

Mobbinghandlungen: Angriffe auf das soziale Ansehen

  • Hinter Ihrem Rücken wird schlecht über Sie gesprochen.
  • Ihre Arbeitskollegen machen sich lächerlich über Sie.
  • Es werden Gerüchte über Sie verbreitet.
  • Ihr Gang, Ihre Stimme oder Geste wird imitiert und sich darüber lächerlich gemacht.
  • Man macht sich über Ihr Privatleben, politische/ religiöse  Einstellung lächerlich.
  • Es kommt zu sexuellen Annäherungen oder verbalen sexuellen Angeboten.

Mobbinghandlungen: Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation

  • Es werden Ihnen keine Arbeitsaufgaben zugewiesen.
  • Ihnen werden alle Beschäftigungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz genommen.
  • Es werden Ihnen sinnlose Arbeitsaufgaben gegeben.
  • Es werden Ihnen ständige neue Arbeiten gegeben.
  • Es werden Ihnen Arbeitsaufgaben gegeben, die Ihre Qualifikationen übersteigen.

Mobbinghandlungen: Angriffe auf die Gesundheit

  • Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten.
  • Androhung körperlicher Gewalt.
  • Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um dem Mobbingopfer einen Denkzettel zu verpassen.
  • Körperliche Misshandlung.
  • Man verursacht Kosten für das Mobbingopfer, um ihm/ihr zu schaden.
  • Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz der Betroffenen an.
  • Sexuelle Handgreiflichkeiten.

Folgen von Mobbing

  • Mobbing verursacht psychische und physische Krankheiten.
  • Die gemobbte Person fühlt sich demotiviert, verzweifelt, misstraut anderen Leuten und zieht sich immer mehr von ihrem sozialen Umfeld zurück.
  • Durch die angespannte Situation am Arbeitsplatz entstehen Depressionen, Schlafstörungen oder auch Angstzustände bei der gemobbten Person.
  • Es kommt zu körperlichen Krankheiten wie Essstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Atemnot.
  • Auch sind klare Stresssymptome zu erkennen bzw Stresskrankheiten wie Magengeschwüre und Herz-Kreislauf-Probleme.
  • Etwa jeder dritte Suizid ist durch berufliche Probleme, wie beispielsweise Mobbing, begründet.

Was tun gegen Mobbing ?

 Beschweren Sie sich!

  • In Bezug auf  § 84 Abs.1 Satz 1 BetrVG (Betriebsverfassungsgesetz) sollten Sie Sich (möglichst frühzeitig) bei Ihrem Vorgesetzten beschweren, oder – falls der Vorgesetzte der Mobber ist – beim Arbeitgeber/der Personalabteilung. Auch der Betriebsrat ist ein möglicher Ansprechpartner (§ 85 Abs.1 BetrVG).

Suchen Sie die Aussprache!

  • Suchen Sie die direkte Aussprache mit Ihrem „Gegner“. Bleiben Sie sachlich und vermeiden Sie, den anderen im Gespräch persönlich anzugreifen. Und wenn selbst ein zweites Gespräch nichts bringt, sollten Sie sich an eine höhere Stelle wenden.

Ist Mobbing ein Problem in ihrer Arbeit ? Dann besuchen Sie das Seminar Mobbing am Arbeitsplatz„.

Das MANAGER INSTITUT ist eines der führenden deutschen Weiterbildungsinstitute rund um Management-Themen, berufliche Weiterbildung und Consulting, bundesweit an über 19 Standorten. In unserem Angebot an über 450 Seminaren in insgesamt 18 Fachbereichen ist bestimmt auch für Sie das passende Seminar dabei, das Sie bei uns je nach Bedarf als offene oder auch als Firmenschulung buchen können.

Kommentar schreiben