Kann man das Lernen simulieren?

geschrieben am: 24.09.2018 von: Oliver Haberger

Kann eine simulierte Lernumgebung trotzdem einen effektiven Lernerfolg garantieren? Piloten sagen Ja. Vier Mal jedes Jahr müssen Piloten sich in einem 20 Millionen Euro teuren Simulator bewähren. Die Bedingungen innerhalb des künstlichen Cockpits sind so weit lebensecht, dass kaum eine Unterscheidung mehr möglich ist. Das Gerät bewegt sich in alle Richtungen und simuliert rundum eine realitätsgetreue Darstellung der Umgebung.
Die Piloten erleben beim Rollen, bei Start und Landung, exakt den Rhythmus der Bodenfugen. Den Druck auf die Maschine beim Aufsetzen, die Beschleunigungskräfte vor dem Abheben oder den körperlichen sanften Druck bei einer leichten Neigung.
Die modernen Simulatoren verfügen über ein Motion-System, das jedes Flugmanöver in ein authentisches Erleben übersetzt. Neben dem motorischen Erleben erzeugt ein Supercomputer mit detaillierter Projektion, per Video und Audio, die verschiedenen Tageszeiten, die der Flug durchläuft. Sowie alle Wetterbedingungen, sogar bis zu den Details, wie Regentropfen auf den Cockpit-Scheiben auftreffen und sich Reifenquietschen bei der Landung anfühlt und anhört.

Simulationen können denselben Stellenwert haben wie normale Prüfungen
Fallen Piloten bei einem simulierten Test durch, können sie ihre Lizenz verlieren. Der Test im Simulator als Ersatz für eine praktische Prüfung ist inzwischen äußerst wichtig, das theoretische Hintergrundwissen ist immens und muss immer wieder aufgefrischt und nachgeprüft werden.
Die Simulatoren sind im Dauerbetrieb und in der Qualitätskontrolle ein wichtiger Baustein. Neben der technisch orientierten Simulation gibt es noch andere Bereiche, in denen zudem eine völlig andere Art von Simulation angewendet wird. Im Hochleistungssport hat man ebenfalls simuliertes Training eingeführt. Man hat in langen Studien mittels moderner Gehirnscanner festgestellt, dass simuliertes Lernen zum selben Ergebnis führt.
Ist die Simulation bereits eine Herausforderung an Weiterbilder im Umgang mit Lernen, gibt es trotzdem noch eine Steigerung, die insgesamt keinerlei technologische Maßnahme mehr folgt.
Eine rein mentale Übung mit der konzentrierten gedanklichen Beschäftigung einer Bewegung kann ebenso zum Ziel führen, wie die Anwendung selbst. Die bloße konsequente und andauernde Vorstellung der körperlichen motorischen Koordination, eine Abfolge von Bewegungen zum Beispiel bei einem Rack Turner, erzeugt denselben limbischen Reiz, wie das Training selbst. Studien haben gezeigt, dass die nach dem mentalen Training angesetzten praktischen Übungen weitaus sicherer und der Ablauf schneller verinnerlicht wurden.

In Studien wurden Versuche mit Trainingsabläufen durchgeführt

Eine Kontrollgruppe führte mit einem kleinen Finger das Training tatsächlich aus und die zweite Gruppe stelle sich den Ablauf nur vor. Sicherlich hat die Gruppe, die das Training ausführte, den größeren Effekt, aber es wurde auch in der zweiten Gruppe ein Unterschied in der Muskulatur festgestellt.
Zudem wurde auch klar, dass ein vorher erworbenes Verständnis der körperlichen Vorgänge, wie Muskelkontraktionen und chemische Wirkungszusammenhänge in der Muskulatur, einen großen Einfluss auf das limbische Lernergebnis hat. Das ist übrigens in beiden Gruppen feststellbar.
Hier sind die theoretische Auseinandersetzung und die praktische Anwendung oder auch die simulierte Durchführung in einer Symbiose.
Was bedeutet dies für das Lernen insgesamt? Wie immer ist es nicht eine einseitige Anwendung einer Maßnahme, sondern die Kombination kann das beste Ergebnis bringen. Doch das bedeutet auch, dass komplexes Wissen am besten durch kognitiven Erfahrung und einer Praxisumgebungen bzw. simulierten Praxis vermittelt wird.

Der Weiterbildungsexperte, die „eierlegende Wollmilchsau“
Weiterbildungsexperten müssen heute Eigenschaften eines Generalisten, Psychologen, Pädagogen, Projekt- und Prozessmanager, Unternehmensberater, Trainers und Entrepreneurs mit sich bringen.
Das alles vereint kann kein Personalverantwortlicher leisten. Dazu benötigt es ein Team an Trainern und Weiterbildungsexperten, die sich auch mit den Zusammenhängen auseinandersetzen, in wie weit es Sinn macht, praxisorientierte Wissensmerkmale in einem Seminar einfließen zu lassen.
Die richtige Kombination kann zudem auch für jeden Lernenden sehr unterschiedlichen Effekt haben, eine entsprechende konzeptionelle Entwicklung der Weiterbildungsstrategie ist unabdingbar.
Eingebettet in ein Gesamtkonzept kann dann durch eine Kombination aller Perspektiven, Maßnahmen und Bereiche höchsteffiziente Lernerfolge erzielt werden.
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