Ist Corporate Social Responsibility ein Wirtschaftsfaktor?

geschrieben am: 25.03.2018 von: Oliver Haberger

Wirtschaft ist ein Teil der gesellschaftlichen Tradition. Beinahe alle gesellschaftlichen Transformationen kommen zuerst aus wirtschaftlichen Initiativen und Entwicklungen. Nur selten wird eine gesellschaftliche Entwicklung nicht von wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst oder geprägt. Besonders bei Mode und Kultur ist es deutlich, die prägenden Kräfte kommen eindeutig aus dem kommerziellen Lager.

Mit zunehmender Wirtschaftsmacht und durch den öffentlichen Druck mussten sich Unternehmen immer mehr auch der sozialen Verantwortung stellen. So einfach war dies nicht, jede sogenannte soziale Erleichterung wurde von der entsprechenden Lobby erstritten. Unternehmen mit besonders fortschrittlichen vorauseilenden Strategien entwickelten dann die „Corporate Social Responsibility“,  kurz CSR genannt, oder, weil viele das „social“ für irreführend hielten, auch „Corporate Responsibility“, kurz CR genannt.

Trotzdem steht dahinter nicht nur die Herausforderung an die soziale Verantwortung, heute muss die Verantwortung eines Unternehmens noch viel weiter gehen. Die soziale Verantwortung ist zuerst ein ethischer Rahmen, der von jedem Individuum, oder einer Organisation, die Verpflichtung einfordert, auch zum Wohl der „Gesellschaft als Ganzes“ zu handeln. Soziale Verantwortung ist inzwischen „ohne wenn und aber“ eine gesellschaftliche Forderung, die erfüllt werden muss.

Gleichgewicht zwischen der Wirtschaft und den ökologischen Systemen
Wie bereits angedeutet, geht es aber um viel mehr, denn in diesem Kontext ist auch das Gleichgewicht zwischen der Wirtschaft und den ökologischen Systemen ein Teil derselben Verantwortung. Als Teil der CR wird unter den Begriffen wie Corporate Environmental Responsibility, Ecological Responsibility oder auch Green Responsibility auch die Sorge um die Umwelt geführt.

Das Thema der nachhaltigen ökologischen Entwicklung ist somit zwar ein Treiber, doch tatsächlich hinkt nicht nur die Wirtschaft der Wirklichkeit hinterher, sondern jeder Einzelne. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen. Immer wieder versuchen uns moralische Aufrufe zu mehr Nachhaltigkeit zu verleiten. Das Wissen um die ökologische Bedrohung unserer Erde wird uns vor Auge gehalten.

Abfälle bitte nicht im Park liegen lassen
Ethisch gesehen scheinen die Aufrufe ein wunderbarer Ansatz, doch sie funktionieren nur selten. Tatsächlich brauchen wir eine zusätzliche Ermunterung, welche direkt an unsere Urinstinkte ansetzt. Das Beispiel „The Fun Theory“, eine hervorragende Initiative von Volkswagen, verleitete in einer Video-Studie mit ausgeklügelten Sinnesanreizen zu mehr Nachhaltigkeit mit dem Umgang mit Müll in einem Park. 72 Kilo Abfall landete auf diese Weise nicht auf dem Rasen, sondern in einer entsprechend präparierten Mülltonne. (Videolink am Ende des Blogs). Die Studie ist nur ein einzelnes Beweisstück unter vielen für unsere menschliche Nachlässigkeit.

Es braucht also Aufwand und Ermutigung um uns zu ändern, was wiederum nicht ohne Konzept, also Wissen, funktioniert. Doch schaut man in diesem Falle genauer hin, entdeckt man dahinter die treibende Kraft von Volkswagen, also ist es die Wirtschaft, die ihr Gewissen entdeckt und mit Corporate Social Responsibility (CSR) solche Initiativen betreibt.

Der Mainstream verlangt CSR
Nachhaltigkeit und CSR rücken tatsächlich immer mehr in das Gesichtsfeld von Wirtschaftsfunktionären. Eines ist sicher, aufgrund tatsächlich empfundener sozialer Verantwortung ist vielfach der Marketing Gedanke der treibende Faktor. Der Mainstream diktiert die Maßnahmen, der auch von der wirtschaftlichen Entwicklung seit langem aufgegriffen wurde. Längst hat man eingesehen, dass der wirtschaftliche Faktor und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen müssen, damit es funktioniert. Da dies in der freien Wildbahn der Gründer und Unternehmen noch nicht so gut funktioniert, kommt Unterstützung von den Universitäten.

Universitäten bieten entsprechende Startup-Unterstützung in Form von Inkubationszentren an. Zahlreiche technische Unis scheuen keine Kosten, vor allem technologisch ausgerichtete Unternehmensentwicklungen mit zahlreichen Gruppenarbeiten, Coworking-Space und simulierter Infrastruktur zur Unternehmensentwicklung zu fördern. Doch fehlt es den Universtäten an Praktikern. Kaum einer der betreuenden Wirtschaftsprofessoren hat jemals ein eigenes Unternehmen tatsächlich in der freien Wildbahn aufgebaut, geschweige denn geleitetet. Die vermittelten Grundlagen der Unternehmensgründung bleiben theoretisch, was auch erklärt, dass viele Initiativen letztlich genauso schnell wieder verschwinden, wie sie entstanden sind. Was fehlt, ist Wissen aus Erfahrung.

Kein CSR ohne „Wissen für die Wirtschaft“
Nachhaltige Unternehmensentwicklung braucht das „Wissen für die Wirtschaft“ aus praktischen Hintergrunderfahrungen. Ob Neu oder tradiertes Unternehmen, jedes Unternehmen muss sich heute ständig neu erfinden und es darf an keiner Stelle der Entwicklung die Wissenszunahme vernachlässigt werden.
Die frische Zufuhr von Wissen kann leicht mit einem frischen Strom an Wasser verglichen werden, der nötig ist, damit kein stehendes Gewässer entsteht. Jedes Gewässer, das sich bereits auf dem Weg zum stinkenden Tümpel befindet, kann wieder zu einer lebendigen Umgebung werden.
Das beste Mittel gegen jede Art von Stehen und Steckenbleiben ist frisches, praxisorientiertes Wissen. Bei der Umsetzung eines Konzepts mit dem Thema soziale Verantwortung sind viele Möglichkeiten vorhanden. Konkrete Ansätze sollten ganz am Anfang der Wertschöpfungskette gesucht werden. Doch dazu braucht es Fachberater und Schulung.

Das MANAGER INSTITUT und die MANAGER UNIVERSITÄT stehen Ihnen zur Seite, wenn es um die konkrete Konzeptionierung einer Weiterbildung geht. Soziale Verantwortung sollte nicht nur in einer Marketing-Maßnahme abgebildet werden. Jeder Unternehmensbereich ist beteiligt und gefordert, ob Compliance, Corporate Responsibility oder auch Corporate Citizenship. Sorgen Sie dafür, sich in diesen Bereichen stets mit frischem Wissen zu versorgen. Die Verantwortung wächst.
Unsere Berater helfen Ihnen gerne dabei, Ihre Weiterbildungsstrategie darauf abzustimmen.


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