Eine Herausforderung für Change Manager: So gelingt der Wandel zu Enterprise 2.0

geschrieben am: 05.04.2013 von: MANAGER INSTITUT

Ein aktueller Leitfaden des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BvDW) zeigt: beim Wandel zu Enterprise 2.0 ist vor allem ein effektives und vorausschauendes Change Management gefragt. Denn die dafür nötige Einführung einer unternehmenseigenen Social Software bedeutet nicht nur eine Veränderung der technischen Infrastruktur, sondern einen Wandel der gesamten Unternehmenskultur.

Informationstechnologie und Unternehmenskultur müssen Hand in Hand gehen

Geprägt wurde der Begriff Enterprise 2.0 im Jahr 2006 von Andrew P. McAfee, und zwar mit folgender Definition: „Enterprise 2.0 is the use of emergent social software platforms by organizations in pursuit of their goals“. Dieser Definition folgend, machen die Autoren des BvDW-Leitfadens „Enterprise 2.0: Social Software in Unternehmen“ (erhältlich unter www.bvdw-shop.org) deutlich, dass die Realisierung von Enterprise 2.0 nur gelingt, wenn Informationstechnologie, Organisationsentwicklung und Unternehmenskultur „Hand in Hand gehen“. Mit dem Ziel, eine neue Organisations- und Führungskultur zu ermöglichen, die „bisher verborgene Effizienz-, Wissens- und Innovationsressourcen zur Steigerung der Unternehmensperformance nutzbar“ macht. Und das bedeutet eben nicht nur technische Neuerungen, sondern auch eine Veränderung der Arbeitsprozesse, gepaart mit neuen strategischen Prioritäten und neuen Führungsstilen.

Das Change Management muss den technischen Wandel begleiten

Unterwegs auf „Change Mission“. Der Wandel zu Enterprise 2.0 gelingt nur gemeinsam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Damit dieser Parforceritt auch gelingt, ist ein effektives Change Management gefragt, dass diese umfassenden Prozesse Schritt für Schritt begleitet. Das Change Management muss dabei helfen, die langfristigen und mittelfristigen Unternehmensziele und -strategien insofern zu überprüfen und notfalls neu zu definieren, als die Entwicklung hin zum Enterprise 2.0 eine verstärkte Ausrichtung hin zu interaktiven Kooperationen bedeutet. Oder etwas einfacher formuliert: das Change Management muss die Abteilungen und Mitarbeiter darauf hin „trainieren“, Probleme verstärkt in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Mitarbeitern zu lösen. Etwa durch den Aufbau eines Unternehmens-Wikis oder anderer technischer Enterprise 2.0-Software, die den Informationsfluss nach innen und nach außen hin verbessert. Denn ohne eine verbesserte Kommunikation, Interaktion und Bündelung des gemeinsamen Wissens, wird es für Unternehmen immer schwieriger, in einem immer komplexer und dynamischer werdenden Marktumfeld zu bestehen.

Alle Stakeholder müssen in den Wandlungsprozess mit eingebunden werden

Deswegen müssen bereits vor dem geplanten Wechsel zu Enterprise 2.0 sämtliche Stakeholder, das heißt Mitarbeiter, Partner und Kunden, unbedingt umfassend informiert und in die Planungsprozesse aktiv mit eingebunden werden. Am besten natürlich, indem man eine regelrechte Aufbruchsstimmung weckt und Begeisterung für die geplanten Umwandlungsprozesse. Die betroffenen Mitarbeiter müssen erkennen, dass durch die Veränderungen Ihre Arbeit erleichtert und die Effektivität erhöht wird. Ähnliches gilt für Partner und Kunden. Ihnen muss der klare Mehrwert deutlich werden, welcher durch den Wechsel hin zu Enterprise 2.0 für sie entsteht. Denn dieser gelingt nur, wenn alle diesen Wechsel auch gemeinsam tragen.

Hierarchische Strukturen gehören der Vergangenheit an

Das bedeutet auch, dass hierarchische Organisations- und Kommunikationsstrukturen zumindest in ihrer bisherigen Form nicht mehr funktionieren. Gefragt ist im Enterprise 2.0 eine vernetzte Projekt- und eine themenbasierte Zusammenarbeit. Relevantes Wissen muss überall dort abrufbar sein, wo es benötigt wird. Statt getrennter Wissensinseln ist kollektives, vernetztes Wissen gefragt, statt zentral gesteuerter Prozesse Selbstorganisation und Eigenverantwortung. All diese Veränderungen müssen von der Unternehmensführung getragen werden. Sie müssen in einer überzeugenden „Change Vision“ formuliert und danach in einer entsprechenden „Change Mission“ an alle relevanten Bezugsgruppen übermittelt werden. Dafür braucht es hellsichtige und talentierte Change Manager, die diesen Umsetzungsprozess steuern oder zumindest unterstützend begleiten. Und das immer mit den Leitlinien und Kernzielen des Unternehmens im Blick.

Fazit: Enterprise 2.0 ist ein höchst anspruchsvolles und notwendiges Change-Projekt

Das alles zeigt: die Wandlung eines Unternehmens zu Enterprise 2.0 bedeutet nicht nur die Anschaffung und Implementierung neuer Software, sondern sie ist ein äußerst anspruchsvolles Change-Projekt, das eine mehrjährige intensive Begleitung nötig macht. Dazu gehören auch noch weitere Aspekte wie mögliche rechtliche Fallstricke, Datenschutzprobleme oder auch arbeitsrechtliche Aspekte, die im Leitfaden des BvDW ebenfalls erläutert werden. Große Unternehmen setzen für den gesamten Umwandlungsprozess von der Vorbereitung über die Implementierung bis hin zur Etablierung dementsprechend auch zwei bis zehn Jahre an. Ein langer Weg, der sich durch ein vorausschauendes, umsichtiges und effektives Change Management aber erfolgreich gehen lässt – und der auch gegangen werden muss. Denn ohne eine mit dem Begriff Enterprise 2.0 im Wesentlichen gemeinte partizipative und vernetzte Unternehmenskultur lassen sich die Herausforderungen einer von Informationstechnologie und Web 2.0 geprägten Welt nicht meistern. Auch das macht die Social-Software-Studie des BvWD deutlich.

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