Dürfen Führungskräfte lächeln? PRO7 Interview mit MANAGER INSTITUT Top Trainer Dr. Marcel Baumgärtler

geschrieben am: 15.12.2017 von: Oliver Haberger

Ein freundliches Lächeln kann doch niemandem schaden. Dachten wir zumindest immer. Doch welche Emotionen in der Arbeitswelt zugestanden werden, hängt offenbar vom Geschlecht und von der Position ab. Fakt ist, dass Personen, die eine führende Position im Unternehmen einnehmen, gewissen Rollenbildern entsprechen müssen. Eine Studie der Duisburger Universität fand heraus, dass Führungspersonen eher weniger lächeln. Also: Je höher die Führungsebene, desto weniger wird gelächelt. Dies beweist, dass Männer im Berufsalltag deutlich weniger lachen als Frauen, erst Recht, wenn Sie Führungspositionen bekleiden. Das gleiche Verhalten wird bei Frauen allerdings unterschiedlich bewertet: Wenn sie sich männlichem Verhalten anpassen, wird ihnen Unfreundlichkeit unterstellt. Ein prominentes Beispiel hierfür ist Angela Merkel, die mit ihren herabhängenden Mundwinkeln häufig kommentiert wird, während andere männliche Kollegen mit dem gleichen Verhalten nicht beachtet werden.

Über die Gründe wurde im Interview mit ProSieben MANAGER INSTIUTUT Top Trainer und Experte Dr. Marcel Baumgärtler befragt.

Er berichtet folgendes aus der Praxis: „Später, wenn man höher in der Hierarchie ist, ist es wichtig, nicht zu viel zu lächeln. Hier geht es um Ernsthaftigkeit. Man hat mehr Verantwortung und das soll man repräsentieren. Deswegen sieht man viele Menschen, die in hohen Positionen sind, wirklich weniger lächeln.“

Eine Studie der Technischen Universität München hat sogar ergeben, dass Lächeln bei Frauen in Führungspositionen noch weitreichendere Folgen haben kann. Fröhlichen Frauen wird gar das gänzliche Fehlen von Führungswillen unterstellt. Das heißt, je fröhlicher eine Frau, desto weniger wird ihr die Rolle als Chefin zugeschrieben. Bei Männern wurde Stolz als Merkmal für Führungsbereitschaft gewertet. Fröhlichen Männern wurde aber mehr Führungswillen zugetraut als fröhlichen Frauen. Die Forscher gehen davon aus, dass dies mit Geschlechterstereotypen zusammenhängt. Demnach werden Führungskräfte als härter und selbstbewusster eingeschätzt – und somit männlich. „Führungskräfte sollen durchsetzungsstark, dominant und hart sein, Frauen gelten als ausgleichend, freundlich, sozial“, sagte Welpe, die die Untersuchung bei der TUM durchgeführt hatte. Die Studie geht sogar so weit, dass Frauen selbst diesen Stereotypen mehr unterliegen als Männer. So wird eine Frau ihre fröhliche Vorgesetzte härter abstrafen als ihr Kollege.

Dennoch: Ausnahmen bestätigen die Regel, wie z. B. der Ex-US-Präsidenten Barack Obama oder Facebook Gründer Mark Zuckerberg belegen.

Bei all diesen Studien darf man nicht vergessen, dass das Lächeln durchaus seine positiven Eigenschaften besitzt. Es erhöht die Produktivität und Kreativität bei Mitarbeitern und ist gleichzeitig gesundheitsfördernd. Studien haben auch bewiesen, dass wir gegenüber Menschen, die lächeln und folglich freundlich wirken, aufgeschlossener sind. Jetzt mögen Sie sich wohl fragen, wie soll ich nun mein Lächeln einsetzen?

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Hier können Sie den gesamten Beitrag ansehen (https://www.prosieben.de/tv/taff/video/20170616-so-kommt-dein-laecheln-bei-anderen-an-clip).

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