Andere Länder, andere Sitten. Der Business-Knigge International

geschrieben am: 25.02.2013 von: Christian Wilhelm

Der Habitus, eine natürliche Souveränität sowie das Auftreten sind laut einer Studie der Universität Darmstadt wichtiger als alle Zeugnisse. Natürlich ist es für Kinder aus gutem Elternhaus deshalb leichter, da sie von klein auf gewöhnt sind, die richtigen Höflichkeitsformen zu beherrschen. Deshalb ist es natürlich deutlich schwerer, wenn man sich die Umgangsformen im Erwachsenenalter antrainieren muss. Die Benimmregeln sind ein Spiegel der Zeit. Zum Glück ist Militärischer Drill sowie steifes Gehabe heute nicht mehr an der Tagesordnung. Typische NO GOES wie zum Beispiel dem Gesprächspartner ins Wort fallen, unpassend gekleidet sein oder sich schlecht benehmen, sind für den beruflichen Weg nach oben nicht hilfreich. Denn wie Sie wissen, ob Treffen mit dem Kollegen, Kunden oder Chef – nach wie vor ist der erste Eindruck, der zählt und sich im Nachhinein kaum revidieren lässt. Bekanntlich entscheidet sich der erste Eindruck  innerhalb von drei Sekunden, ob andere mit Sympathie oder Antipathie reagieren. Nun werden Sie irgendwann sicher in die Situation kommen, dass Sie sich auf eine Geschäftsreise begeben müssen. Deshalb sind hier ein paar hilfreiche Tipps, wie Sie sich im Ausland angemessen verhalten zu haben.

 

Auf dem Weg zur Geschäftsreise.

Wenn Sie in ein fremdes Land reisen, sollten Sie sich vor Reiseantritt über das jeweilige Land informieren und in Erfahrung bringen, welche Gebräuche bzw. Sitten und Höflichkeitsformen dort herrschen. Und es kann auch nie schaden, wenn Sie zusätzlich ein paar wichtige Vokabeln oder Sätze lernen. Wenn Sie diese dann einbringen, sind die Leute meist positiv überrascht, aber vor allem stolz, dass Sie Interesse an ihrer Kultur zeigen und sich damit auseinandergesetzt haben. So eine kleine Geste kann manchmal der Türöffner zum erfolgreichen Geschäft sein. Deshalb Grundregel Nummer Eins: zeigen Sie immer Respekt und Interesse. Im Folgenden ein paar Beispiele für die Sitten in anderen Ländern.

Eine ganz wichtige Frage: Wie begrüße ich meinen Geschäftspartner? In England oder Italien werden Geschäftsleute mit einem einfachen Handschlag begrüßt. In Italien kann es dagegen vorkommen, wenn sich Geschäftspartner besser kennen, dass sich diese freundschaftlich umarmen oder sogar küssen. In Frankreich ist bei dem ersten Treffen ein Händedruck normal, dieser kann auch manchmal wegfallen. Sobald sich Geschäftspartner besser kennen, ist dagegen eine Umarmung inkl. drei bis vier Küsse auf die Wange üblich.

Ein weiteres Beispiel: Wie sieht es mit der Pünktlichkeit in anderen Ländern aus?  In vielen Ländern ist bei Geschäftsterminen absolute Pünktlichkeit angesagt. In Japan ist es aus Gründen der Höflichkeit sogar üblich, dass man etwa 15 min vor dem abgemachten Termin erscheint. Andere Länder wie Italien oder auch Indien nehmen es mit der Pünktlichkeit nicht so genau. Auch hier sollten Sie sich über die üblichen Gepflogenheiten informieren.

Nun kommen wir wohl zum wichtigsten Punkt „Verhandlungen“. Wie schaut es eigentlich mit Verhandlungen in anderen Ländern aus. Als Beispiel Land wird USA verwendet, weil Sie wohl ein sehr wichtiger, aber auch interessanter Markt für Deutschland ist.

Verhandlung in den USA

In Amerika wird zunächst mal sehr großen Wert auf eine gute sowie freundliche Basis gelegt. Bekanntlich kommen Amerikaner in Sachen Business Fragen schnell auf den Punkt. Man findet sich also als Gesprächsauftakt schnell in einem eher lockeren Small Talk wieder. Doch, wenn Sie jetzt gedacht haben, dass das so einfach weiter geht, haben Sie sich getäuscht. Sie sollten die Freundlichkeit keinesfalls so interpretieren, als dass man den Auftrag schon so gut wie in der Tasche hätte. Denn Amerikaner wollen gut aufbereitete Fakten, klare Zielvorstellungen und konkrete pragmatische Projektvorschläge sehen. Man sollte sich daher in Sachen Humor lieber etwas zurückhalten und seine Eloquenz eher in der Projektvorstellung oder der Preisverhandlung selbst ausspielen. Unbedingt einstellen sollte man sich auch auf Feilschen, denn Amerikaner sind rein auf ihren eigenen Erfolg fokussiert und wirken für unser Empfinden fast schon als Hochstapler. Meistens sitzen zudem auch gleich Anwälte mit in der Besprechungsrunde. Dies ist allerdings lediglich darauf zurückzuführen, dass in den USA sehr viele Einzelheiten zum Auftrag in den Vertrag mit aufgenommen werden.

Das sind natürlich nur einfache Beispiele, die zeigen, dass es durchaus Unterschiede zwischen den Ländern gibt. Wer sich genauer über jeweilige Sitten und Gewohnheiten informieren will, dem sind tiefergehend Bücher empfohlen. In diesen werden neben grundlegenden Fakten zu Geographie, Gesellschaft und Kultur auch auf die jeweilige „Business-Etiquette“ eingegangen. Das Wichtigste ist in allen Fällen: Respekt, eine gewisse Offenheit und die Bereitschaft, sich auch wirklich auf sein Gegenüber einzulassen. Das gilt natürlich auch für ausländische Gäste, die man im eigenen Land in Empfang nimmt. Auch in diesem Fall sollte man über die landestypischen Sitten seiner Geschäftspartner informiert sein und diese auf keinen Fall missachten.

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