Jobsuche? Und jetzt Bewerbungsgespräch! Nur wie?

geschrieben am: 27.01.2013 von: Christian Wilhelm

Jobsuche! Und jetzt Bewerbungsgespräch! Nur wie? Max Weber, 36 Jahre alt, arbeitete  14 Jahre lang bei einem großem Konzern in Frankfurt, nun ist er arbeitslos. Obwohl Herr Weber 14 Jahre lang seine Arbeit ordentlich und mit gutem Gewissen verrichtet hat, wurde er aufgrund der misslichen wirtschaftlichen Lage ausgestellt.  Max Weber, zweifacher Familienvater, hat sich vor kurzem erst ein Haus für sich und seine Familie gekauft.Damit er dieses weiter unterhalten und die Raten abbezahlen kann, muss er sich schnellstmöglich um einen neuen Job bemühen. Herr Weber möchte sich gerne bei anderen Firmen bewerben, doch seine letzte Bewerbung ist 14 Jahre her. In der Zeit ist viel passiert, die Bewerbungsstandards und Erwartungen der Firmen haben sich sehr verändert.

Herr Weber hat nach zahlreichen sehr gut ausgearbeiteten und versendeten Bewerbungsschreiben endlich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

Bei der schriftlichen Bewerbungsunterlage sollten Sie besonders auf folgende Punkte achten:

  • Ausführliche Bewerbung, die ganz am Anfang Ihre wichtigsten Arbeitsgebiete und Stärken in einer Übersicht aufzeigt. So kann sich der Personaler schnell und sicher ein Bild machen, ob Sie die Anforderungen der ausgeschriebene Stelle erfüllen. Außerdem wirkt dieses Vorgehen strukturiert und deutet für einen Personaler in Zukunft auf eine ordentliche Arbeitsweise hin.
  • Professionelles Bewerbungsfoto mit geradem und freundlichen Blick.
  • Zeugnisse von jeder vorherigen Arbeitsstelle.

 

Bewerbungsgespräch. Nutzen Sie ihre Chance!

Mit der Gesprächseinladung hat Herr Weber eine weitere Hürde im Bewerbungsmarathon genommen. Jetzt heißt es, sich intensiv auf das Gespräch vorzubereiten und den potentiellen Arbeitgeber  nachhaltig zu überzeugen.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

  • Informieren Sie sich ausgiebig über das UnternehmenWie lange gibt es das Unternehmen schon?, – In welcher Branche ist das Unternehmen tätig?, – Produktpalette, Art & Größe des Unternehmens, Unternehmensgeschichte/philosophie, – Produkte & Dienstleistungen, – Erwartungen an Mitarbeiter, – Konkurrenten. Im Vorstellungsgespräch merkt der Personaler in der Regel sofort, wenn Sie sich nur oberflächlich vorstellen, um überhaupt Arbeit zu bekommen. Der Personaler will, dass Sie sich in der Branche auskennen und genau wissen, warum Sie in diesem Umfeld arbeiten möchten. Können Sie das nicht transportieren, dann sind Sie nicht interessant als Bewerber.
  • Wenn Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch über Ihre Ziele  klar werden und über deren Bezug zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle nachdenken, dann sind Sie im Vorstellungsgespräch überzeugender. Jeder Arbeitgeber will genau wissen, ob Sie klare Ziele haben, die dem Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle gewinnbringend weiterhelfen. Außerdem sind Mitarbeiter mit Zielen motiviert und leistungsstark. Talentierte Menschen wissen sehr genau, was Sie für Ziele haben und lieben es darüber zu reden. Sollten Sie es nicht schaffen Ihre Ziele klar zum Ausdruck zu bringen, dann ist das meistens das „Aus“ in einem Bewerbungsgespräch.
  • „Nennen Sie Stärken und Schwächen?“ Erläutern Sie ihre Schwachpunkte. Erklären Sie dem Personaler, wie Sie mit diesen Schwächen umgehen und dass Sie an diesen arbeiten können und sie verändern werden. Es gibt keinen Mitarbeiter ohne Schwächen und wenn dies ein Bewerber nicht zugeben kann, dann muss man annehmen, dass er diese verdrängt und letztendlich auch nicht verändern kann. Personaler wissen, dass Bewerber auf die Frage der Stärken sehr gut vorbereitet sind. Deshalb fragen Sie tiefer wie zum Beispiel beschreiben Sie genauer, wo Sie in welchen Arbeitssituationen kommunikationsstark sind und was es dem Unternehmen gebracht hat. Wenn Sie dann nicht tiefer gehen können, dann merkt der Personaler sofort, dass Sie die Punkte auswendig gelernt haben und diese nicht umsetzen können. Außerdem ist es im allgemeinen wichtig, dass Sie die Stärken und Schwächen auf die ausgeschriebene Stelle jeweils angepasst vorbereiten.
  • „Haben Sie noch Fragen?“ Antworten Sie nicht mit einem abschließendem Nein. Fragen Sie, ob Sie noch offene Fragen per Mail oder in einem zweiten Vorstellungsgespräch, wenn nötig, stellen dürfen. Denn wer gar keine Frage mehr hat, wirkt nicht sehr interessiert und realistisch. Sobald Sie eine Nacht über die Bewerbung geschlafen haben, werden Sie sicher noch weitere Fragen haben.
  •  Auch sollten Sie nicht fragen, „Was macht Ihr Unternehmen genau?“ Stellen Sie lieber folgende Fragen: Welche konkreten Aufgaben übernehme ich? Auf welche Aufgaben wird der größte Wert gelegt? Gibt es neben den Routinenaufgaben auch projektbezogene Aufgaben zu bewältigen? Welche Aufgaben nehmen zeitlich den größten Raum ein? Wie gestaltet sich der Ablauf der Arbeit in der Abteilung?

Ablauf eines Vorstellungsgesprächs

  • Begrüßung mit freundlichen Blick und angenehmen Handdruck.
  • Smalltalk – „Wie geht es Ihnen?“, Gespräch über die Anfahrt, das Gebäude, über das Wetter etc.. Der Personaler sieht hier sofort, ob Sie kundenfreundlich und kommunikativ sind. Versuchen Sie nicht zu hektisch oder aufgeregt zu sein. Nützen Sie vielmehr die Situation um Aufregung abzubauen.
  • Personaler oder Fachmitarbeiter stellt das Unternehmen, die Abteilung und die zu besetzende Stelle kurz vor. Es können hier schon Zwischenfragen kommen, um zu sehen, ob Sie auf die ausgeschriebene Stelle passen.
  • Bewerber stellt sich in einer kurzen Selbstpräsentation mit seinen Zielen vor. Bitte arbeiten Sie das vorher detailgenau aus, so dass Sie auch bei tieferem Nachfragen glaubhaft antworten können.
  • Personaler stellt stellenbezogene und fachliche Fragen an den Bewerber. Zählen Sie hier Beispiel aus vergangenen Stellen auf und zeigen diese aktiv im Lebenslauf. Untermauern Sie die Beispiele mit Zahlen wie „Ich habe den Umsatz in der Abteilung um 40% steigern können“ oder “ ich konnte dazu beitragen, dass die Kundenzufriedenheit von 3 auf 1-2 verbessert wurde.
  • Der Bewerber hat seinerseits die Möglichkeit, zu Fragen, so dass das Vorstellungsgespräch sich zu einer Diskussion entwickelt. Hier kann der Bewerber spüren, ob der Personaler an seiner Bewerbung interessiert ist. Sollte ein Gespräch entstehen, ist das ein gutes Zeichen. Sollte das nicht der Fall sein, dann ist sich der Personaler nicht sicher und Sie können sich unaufdringlich aus dem Gespräch verabschieden.
  • Kurze Auswertung und Absprache für die weitere Vorgehensweise. Fragen Sie nach, wann der Personaler Ihnen eine Antwort bezüglich der Auswertung gibt.

Kleider machen Leute

Ein sauberes Erscheinungsbild ist bei jeder Bewerbung wichtig, deshalb beachten Sie folgende Tipps:

  • Achten Sie vor allem auf korrekte Business-Kleidung und adäquate Schuhe, die zur ausgeschriebene Stelle passen. Es ist besser, etwas overdressed zu einem Bewerbungsgespräch zu gehen.

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